Schüler vom Gymnasium Immensee sorgen sich um unsere Welt

Gymnasium Immensee - Valentin von Matt

Gymnasium Immensee - Valentin von Matt

Valentin von Matt. Bild ZVG

Dass sich die Jugend von heute Sorgen um die Zukunft macht, zeigen drei Maturarbeiten des Gymnasiums Immensee. Dabei geht es um zentrale Themen unserer Gesellschaft.

So hat Jasper Hüchting herausgefunden: Insekten sind neunmal bessere Futterverwerter als zum Beispiel Rinder. Das heisst, aus 10 kg Futter wird 9 kg Insektenfleisch gewonnen, jedoch nur 1 kg Rindfleisch. 80% Prozent dieses Fleisches ist essbar, und es bietet durchwegs bessere Nährwerte wie herkömmliches Fleisch. Nicht zu erwähnen, dass Insekten viel weniger Platz und Wasser brauchen als andere Fleischlieferanten und die Umwelt mit weniger Emissionen belasten. Werden die Insekten gekocht oder frittiert, ist auch das Infektionsrisiko mit Bakterien gebannt.

Insekten teurer als Rind

Jasper Hüchting tischt Brisantes auf: Insekten gelten nicht als Landwirtschaftsgut, sondern als industrielles Gut. Das bedeutet, dass die Insektenproduktion nicht subventioniert ist. Dies hat mit zur Folge, dass Insektenfleisch, obwohl neunmal effizienter, momentan viermal teurer ist als Rindfleisch. Damit deckt Jasper Hüchting auf: Es ist nicht nur die Lust des Konsumenten, die fehlt, sondern es fehlt auch das Interesse der Nahrungsmittelindustrie. Was tun? „Ein machbarer Schritt wäre die Umstellung der Tiernahrung auf Insekten.“

Wie man Hochwasser managen muss

Auch Valentin von Matt beschäftigt sich mit Umweltfragen. Er weiss: Im Engelbergertal tritt die Engelberger Aa vermehrt über die Ufer. Im August 2005 suchte ein Jahrhunderthochwasser das Engelberger Tal heim und richtete Schäden von 110 Millionen Franken an. Allein, es hätte noch schlimmer kommen können, schreibt Valentin von Matt, Udligenswiler mit Stanser Wurzeln, in seiner Maturarbeit. Die Experten errechneten, dass ohne die damals bereits erstellten Schutzmassnahmen der Schaden fast dreimal höher ausgefallen wäre. Bei Kosten von 30 Millionen Franken für die Schutzbauten ist das ein guter Wirkungsgrad der Schutzmassnahmen.

Interessant ist, dass nicht unbedingt die Eindämmung der Engelberger Aa oberstes Ziel ist, sondern die kontrollierte Überflutung. In der Fachsprache spricht man dann von „Entlastung“, und meint damit Streichwehre, die die Wassermassen bei zu grossem Druck passieren lassen. Zwei solcher Wehre befinden sich in Buochs, die bei einem Hochwasser zuerst anspringen. Die Logik dabei ist klar: Lieber nachher einige Tonnen Geschiebe vom Flugfeld in Buochs wegräumen, als ganz Buochs überfluten zu lassen. Die dritte Entlastungsstelle befindet sich beim Ennerberg und eine vierte , bei der das Wasser nur bei einem Extremhochwasser über das Ufer tritt, ist bei Büren.

Für Valentin von Matt ist klar: „Gefahren, die man nicht abwenden kann, muss man managen“. Wie viel Arbeit dahinter steht, hat er in seiner Arbeit eindrücklich dargelegt.

21.6.2018

Sommer in der Zentralschweiz

Summertime, and the livin' is easy