Seetal will «Autostopp» per SMS probieren

Das Mitfahrsystem Taxito ist auf Expansionskurs: 2019 soll ein dreijähriger Pilotbetrieb im Seetal beginnen. Auch weitere Regionen sollen das System bald erhalten.

Per SMS kommt kein Bus und auch kein Taxi, sondern eine Mitfahrgelegenheit angefahren. Den SMS-Autostoppdienst Taxito gibt es seit drei Jahren: Das Mitfahrsystem (siehe Box «So funktioniert Taxito») funktioniert zurzeit im Luzerner Hinterland, in der Westschweiz und in Frankreich. Vor allem Jugendliche nutzen das Angebot gerne. Nun sollen in einer vierten Region Gebiete in den Kantonen Luzern und Aargau hinzugefügt werden.

Pilotbetrieb läuft drei Jahre

Seit längerem wünschen die Seetaler Gemeinden eine bessere Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die Kantonsgrenzen. Das betrifft die Regionen Aesch-Fahrwangen und Hitzkirch-Muri. Anfangs Jahr wurde das Taxito-Konzept den Gemeinden Aesch, Bettwil, Fahrwangen, Hitzkirch, Hochdorf, Meisterschwanden und Schongau vorgestellt. Daraufhin stimmten die Gemeinden einem dreijährigen Pilotbetrieb zu.

In den nächsten drei Jahren wird jede Standort-Gemeinde ein Budget von 9000 Franken dafür beantragen. Im Sommer 2019 soll Taxito im Seetal starten. «Wir bekommen immer wieder gutes Feedback. Die Taxito-Gemeinschaft hilft uns fortlaufend den Betrieb auszubessern», sagt Martin Beutler, Taxito-Gründer.

Taxito-Tafeln gratulieren zum Geburtstag

Im Seetal werden neu entwickelte Haltestellen-Tafeln installiert, die über Solarzellen mit Energie versorgt werden. Neben den bereits bekannten Anzeigen von Reisezielen wird es laut Beutler bald auch möglich sein, Zugsverspätungen oder gar Botschaften von Kunden einzublenden. «Unsere Nutzer sollen sogar jemanden über unsere Tafeln zum Geburtstag gratulieren können», so Beutler.

Taxito plant zudem bereits zwei Regionen in Bern in Betrieb zu nehmen. «Wir bekommen öfters Anfragen von verschiedenen Regionen, auch in der Westschweiz ist ein Ausbau einer Region und der Start einer weiteren in Vorbereitung».

Jugendliche nutzen Taxito nach dem Ausgang

Seit dem Start von Taxito wurden schon 3500 Fahrten getätigt, das System wird demnach täglich etwa dreimal genutzt. Nach Angaben von Beutler nimmt die Nutzerzahl kontinuierlich zu. «Unsere Kundschaft schliesst sich aus 150 Stammgästen, Wanderern und Fussgängern zusammen. Viele Jugendliche benutzen Taxito, um vom Ausgang nach Hause zu kommen», sagt Beutler. Und das klappt immer schneller: Im Vergleich zu 2016 hat die Wartezeit auf eine Mitfahrgelegenheit um durchschnittlich zwei Minuten abgenommen.

Quelle: 20Minuten

3.6.2018

So funktioniert Taxito

Wer auf eine Fahrt mitgenommen werden will, sendet von einer speziell gekennzeichneten Taxito-Haltestelle aus eine SMS mit seinem Fahrziel an eine Onlineplattform. Ein Lämpchen auf einer Anzeige an der Haltestelle signalisiert dann den vorbeifahrenden Autolenkern, wohin der Wartende mitgenommen werden will. Der Fahrgast quittiert die Mitnahme, indem er die Autonummer ebenfalls per SMS ans System meldet. Eine Fahrt kostet den Passagier pauschal zwei Franken. Davon geht ein Franken an den Fahrer.

Sommer in der Zentralschweiz

Summertime, and the livin' is easy