Segnung lesbischen Paares «öffentliches Ärgernis»

Der Pfarrer von Bürglen im Kanton Uri soll seine Pfarrei spätestens im Sommer verlassen. Wendelin Bucheli hatte 2014 ein lesbisches Paar gesegnet. Die Bischöfe dulden dies nicht: Bucheli habe gegen die Lehre der Kirche verstossen. In Bürglen stösst der Entscheid auf Unverständnis.

Pfarrer Wendelin Bucheli gehört ursprünglich dem Bistum Lausanne-Genf-Freiburg an. In Bürglen arbeitet er unter dem Bistum Chur. Die beiden zuständigen Bischöfe hätten nach gemeinsamer Absprache beschlossen, Pfarrer Bucheli zum Rücktritt aufzufordern. Das schrieb am Wochenende die NZZ am Sonntag . Bischof Vitus Huonder (Chur) und Charles Morerod (Lausanne-Genf-Freiburg) bestätigten daraufhin in einer Mitteilung die besagte Forderung.

Die Sache ist entschieden

Wendelin Bucheli hatte im vergangenen Oktober ein lesbisches Paar in der Kirche von Bürglen gesegnet. Dies im Wissen und mit dem Einverständnis der Pfarrei. Das Urner Wochenblatt hatte die Segnung als erstes Medium publik gemacht. Peter Vorwerk, der Vizepräsident des Kirchenrates von Bürglen, bedauert gegenüber Radio SRF den Entscheid der Bischöfe. Die Pfarrei sei überrascht, sie stehe hinter ihrem Pfarrer. Man hoffe, dass der Entscheid nicht endgültig sei und werde das Gespräch mit den Bischöfen suchen.

Aus Sicht der Bistümer Chur und Lausanne-Genf gibt es allerdings keinen Spielraum. Der Wunsch ist, dass Pfarrer Bucheli ins Bistum Lausanne-Genf-Freiburg zurückkehrt , sagte Giuseppe Gracia, Sprecher des Bistums Chur, auf Anfrage. Als nächstes werde Bischof Charles Morerod mit Pfarrer Bucheli das Gespräch suchen.

Unterstützung im Internet

Bis dahin wolle sich das Bistum Chur nicht mehr in die Angelegenheit einmischen. Wir wollen Bischof Morerod den nötigen Raum lassen, um handeln und Wendelin Bucheli die Sachlage nochmals erklären zu können , so Gracia weiter. Der Sprecher stellt gleichzeitig klar: Es handelt sich hier um ein öffentliches Ärgernis und eine Verunklärung der katholischen Lehre, welche sehr bewusst und gezielt erfolgten. Dies habe Pfarrer Bucheli im Gespräch mit Vitus Huonder vom Bistum Chur eingesehen.

Unterdessen wurde eine Internet-Petition ins Leben gerufen, welche sich gegen die Demission des Pfarrers von Bürglen ausspricht. Bucheli wollte zu der ganzen Angelegenheit auf Anfrage nicht Stellung nehmen.

10.2.2015

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

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