Sokolov zieht weg aus Luzern

In der Luzerner Altstadt wird umgebaut, Filialen schliessen, neue Läden öffnen. Und eine grosse Bijouterie zieht weg– ihre Mietfläche war zu gross. Ein Luzerner übernimmt.

Nach nur vier Jahren verabschiedet sich der Juwelier Sokolov Ende August aus Luzern. Die Entscheidung, den Weinmarkt in Luzern zu verlassen, sei schwer gefallen. «Wir haben uns entschieden, den Vertrag nicht zu verlängern, weil die Fläche des Geschäfts für unsere Bedürfnisse zu gross ist», berichtet Sokolov Jewelry Schweiz. Allerdings würde wieder ein Geschäft in Luzern eröffnet, «falls wir eine Fläche finden, die unseren Anforderungen entspricht». Beim Unternehmen verweist man zudem darauf, dass der Online-Verkauf eine immer wichtigere Rolle spiele.

Nach Sokolov kommt Gränicher

Der Nachfolger am Weinmarkt steht bereits fest: Im markanten Altstadthaus zieht das traditionelle Luzerner Kleidergeschäft Gränicher ein, von dem es bereits drei Filialen gibt. Das Ziel sei, nach einem zweimonatigem Umbau die neue Filiale im Dezember zu eröffnen, wie Michael Arabiano, Unternehmensleiter von Gränicher, sagt. «Gränicher wurde im Jahr 1891 am Weinmarkt gegründet», sagt Arabiano. «Es ist ein wichtiges Haus für uns.» Es gehöre zur Geschichte und biete Möglichkeiten aufgrund der grossen Fläche, das Sortiment für Frauen zu erweitern.

«Positives Zeichen»

Normalerweise ist es in der Luzerner Altstadt eher so, dass grosse, international tätige Unternehmen das lokale Gewerbe verdrängen. Hier ist es nun für einmal umgekehrt: Ein grosses russisches Unternehmen, das in zehn Ländern tätig ist, verlässt Luzern; ein traditionelles Luzerner Unternehmen übernimmt. Alexander Gonzalez, Präsident des Wirtschaftsverbandes der Stadt Luzern, bestätigt: «Ich kann mich nicht erinnern, dass dies schon einmal der Fall war wie jetzt hier.» Er schätze es, dass nun Gränicher als lokal verankertes Unternehmen am Weinmarkt eine Chance sehe, da das lokale Gewerbe oft verdrängt werde. «Das werte ich als positives Zeichen für den Detailhandel in der Stadt Luzern.» Gränicher schätze er persönlich als qualitativ gutes Geschäft, das sich von Massentextilgeschäften abhebe.

André Bachmann, Präsident der City Vereinigung Luzern, denkt, dass bei Sokolov die Lage für das Angebot nicht optimal war und im Umfeld des «Uhren- und Touristen-Hotspot» keine Flächen frei waren. «Daher wurde von Sokolov wohl dieser radikale Schritt gewählt.»

Viele Umbauten sind im Gange

In der Kornmarktgasse gab es bereits vor kurzem eine Neueröffnung: Nach einem Umbau kann im Schuh- und Fashionladen Brunello wieder eingekauft werden. Ebenso stehen am Löwenplatz im Grand Café bei Heini Umbauarbeiten an. In wenigen Tagen wird dort der altwürdige Frühstücks- und Café-Saal wieder eröffnet.

Vögele zukünftig OVS

Auch sonst sind in der Altstadt viele Bauarbeiter unterwegs: Die C&A-Filiale in der Hertensteinstrasse wird im Moment komplett renoviert. Ein paar Gebäude weiter wird das ehemalige Lokal von Vögele total umgebaut, später wird dort wieder ein Kleiderladen des italienischen Konzerns OVS öffnen, der Vögele kürzlich übernommen hatte.

Quelle: 20Minuten

24.8.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde