Stadt Luzern – Paddler sollen vor Böötlern geschützt werden

Stand-up-Paddler auf dem Vierwaldstättersee

Stand-up-Paddler auf dem Vierwaldstättersee

Foto Joseph Birrer

Weil es auf dem Vierwaldstättersee immer mehr Freizeitsportler gibt, sollen Motorboote künftig im ganzen Luzerner Becken langsamer fahren.

Schwimmer, Ruderer, Segler und Stand-up-Paddler: Auf dem Vierwaldstättersee tummeln sich viele Hobbysportler. Hinzu kommen Kursschiffe und private Motorboote. «Motorboote verursachen in Abhängigkeit der Geschwindigkeit Lärm und Schadstoffausstoss und zudem hohen Wellenschlag, die in den Uferpartien für Flora und Fauna schädigend sowie für die sanften Wassersportler störend wirken», schreibt der Grünliberale Grossstadtrat András Özvegyi in einem Vorstoss. Unterstützung erhält Özvegyi von den Grünen, den jungen Grünen, der SP und der Juso.

Gegen Raserei und für Umweltschutz

Heute gilt im Luzerner Seebecken eine Höchstgeschwindigkeit für private Motorboote von maximal 10 km/h bis zur Linie quer auf der Höhe Tribschen bis Seeburg. Geht es nach den Unterzeichnern des Vorstosses, schlagen sie als neue Abgrenzung eine Querlinie zwischen Meggenhorn und Haslihorn vor: Dies würde bedeuten, dass die Markierungslinie um etwa 1,5 Kilometer verlängert würde. Offen lassen die Postulanten, ob die erlaubte Geschwindigkeit in der ausgedehnten Zone auf 10 oder 20 Stundenkilometer beschränkt werden soll. Özvegyi, der oft mit seiner Segeljolle unterwegs ist, sagt: «Wir wollen die Raserei unterbinden. Das sollen die Motorbootfahrer weiter draussen auf dem See machen.»

Als weitere Gründe für eine Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit für Motorboote im Seebecken führt Özvegyi den Schutz für Sportler wie etwa Schwimmer oder Steh-Paddler sowie den Umwelt- und Lärmschutz an.

Polizei und SGV-Kapitäne gegen Ausweitung

Nicht betroffen von einer ausgedehnten Zone mit einer Temporeduktion wären Kursschiffe. Diese dürften wie bisher mit 20 bis 25 km/h ihre Haltestellen anfahren. SGV-Chefkapitän Michel Scheurer kennt keine Probleme mit den privaten Motorboooten: «Ich sehe keinen Grund zur Erweiterung der heutigen Markierungslinie.» Auch die Luzerner Wasserpolizei stellt keine Probleme nach der Markierungslinie mit privaten Motorbooten fest. «In den Uferzonen wird manchmal zu schnell gefahren», sagt zwar Wasserpolizist Bruno Schilliger. Würde die auf 10 km/h beschränkte Zone flächenmässig fast verdoppelt, wäre laut Schilliger eine Überwachung des Gebietes schwieriger.

Quelle: 20Minuten

28.4.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde