Stadt Luzern will Innenhöfe zu grünen Oasen machen

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Foto Joseph Birrer

Rund 60 Innenhöfe gibt es in den Quartieren Hirschmatt-Neustadt und im Bruchquartier in Luzern. Der grösste Teil davon wird jedoch aus Sicht der Grossstadträtinnen Luzia Vetterli (SP/Juso-Fraktion) und Noëlle Bucher (G/JG-Fraktion) zu wenig sinnvoll genutzt. «Viele Innenhöfe sind eher graue Hinterhöfe als Stadtoasen», sagt Vetterli.

Dies wollen die beiden Politikerinnen ändern: Wo es sinnvoll ist, sollen Parkplätze und ungenutzte Flächen weichen und Innenhöfe für Anwohner vermehrt nutzbar gemacht werden. Per Postulat forderten sie den Stadtrat auf, sich für die Aufwertung der Innenhöfe einzusetzen.

«Es handelt sich um Räume, die man teilweise mit einfachen Mitteln umgestalten kann und die der Bevölkerung viel Nutzen bringen können», so Vetterli. An einigen Orten müsse man lediglich Zäune entfernen, Bänkli installieren und die graue Fläche begrünen. «Das ist auch sinnvoll für die Förderung der Biodiversität.» In anderen Innenhöfen brauche es etwas mehr Aufwand. Wichtig sei vor allem die Koordination: «Die Stadt muss die Eigentümer an den Tisch bringen und Gespräche fördern.»

Ursprünglicher Charakter soll beibehalten werden

Die Postulantinnen freuen sich. Der Stadtrat hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass er die Aufwertung der Innenhöfe unterstützen und an die Hand nehmen will. «Mit der zunehmenden Verdichtung spielen auch die Grünräume eine immer wichtigere Rolle», sagt Baudirektorin Manuela Jost (GLP). Zentral dabei: Auch die Parkplatzsituation in den Innenhöfen muss angeschaut werden. «Bevor es diesbezüglich eine Änderung geben kann, müssen erst die rechtlichen Grundlagen angepasst werden», so Jost weiter. Dazu werde voraussichtlich 2019 das Parkplatzreglement angepasst.

Anschliessend geht es darum, einen Leitfaden zu erstellen, der als Grundlage zur Umgestaltung genutzt werden kann. Darin sollen unter anderem Kriterien zur Qualität von Spielplätzen, Aufenthaltsflächen oder der Begrünung enthalten sein. «Wichtig ist, dass wir uns am ursprünglichen Charakter der Innenhöfe orientieren», sagt Jost. So ist denkbar, dass Räume, die gewerblich genutzt werden, nicht um jeden Preis begrünt werden. Dafür will die Stadt das Gespräch mit den verschiedenen Eigentümern suchen: «So wollen wir Erwartungen, Ideen, Interessen und auch Besorgnisse der Eigentümer abholen.»

Um die Umgestaltung zu fördern, will die Stadt für die Eigentümer Anreize schaffen. «Eine Möglichkeit dafür wäre, dass besonders gelungene Aufwertungen prämiert werden», so die Baudirektorin. Dafür komme etwa auch eine Zusammenarbeit mit Stiftungen in Frage.

Quelle: 20Minuten

3.2.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde