Ständeratswahl Luzern: SP und SVP greifen nochmals CVP und FDP an

Am Mittwochabend haben die Delegierten von CVP und FDP Konrad Graber und Damian Müller für den zweiten Ständerats-Wahlgang nominiert. Am Dienstagabend waren schon Prisca Birrer-Heimo und Yvette Estermann von SP und SVP nominiert worden. Auch der Parteilose Rudolf Schweizer tritt nochmals an.

Beim ersten Durchgang der Luzerner Ständeratswahlen hatte am Sonntag kein Kandidat das absolute Mehr geschafft. Der Bisherige Konrad Graber (CVP) verpasste es nur knapp um 1701 Stimmen und kam auf 64'577 Stimmen.

Ein gutes Resultat erzielte Kantonsrat Damian Müller. Er soll für die FDP den Sitz des zurücktretenden Ständerates Georges Theiler verteidigen. Der 31-Jährige kam auf knapp 55'000 Stimmen.

Die beiden Nationalrätinnen Prisca Birrer-Heimo (SP) und Yvette Estermann (SVP) platzierten sich direkt dahinter. Allerdings mit einem Abstand von je knapp 18'000 Stimmen hinter Müller.

Zweiter Wahlgang am 15. November

Nun ist die Ausgangslage für den zweiten Wahlgang klar. CVP und FDP verteidigen ihren Vorsprung mit Konrad Graber und Damian Müller. Am Mittwochabend nominierten die Delegierten die beiden Kandidaten offiziell. Gleichzeitig beschlossen sie auch, erneut mit einer gemeinsamen Liste anzutreten.

Die SP-Delegiertenversammlung hat Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo einstimmig für den zweiten Wahlgang nominiert. Konsumentenschützerin Birrer-Heimo habe weit über das linke Lager hinaus Wählerinnen und Wähler gewinnen können, so die Argumentation.

SP-Kantonalpräsident David Roth ist überzeugt, dass Prisca Birrer-Heimo im zweiten Wahlgang noch deutlich zulegen könne.

«Im zweiten Wahlgang wird von den Wählern noch genauer geschaut, welche Fähigkeiten die Kandidierenden haben.» Hier habe Prisca Birrer-Heimo klare Vorteile gegenüber den Kandidaturen der FDP und der SVP.

Die SP-Delegierten beschlossen auch, im zweiten Wahlgang den Kandidaten der CVP, Konrad Graber, offiziell zu unterstützen. Diesen Entscheid fällten die Delegierten grossmehrheitlich.

SVP schickt Estermann ins Rennen

Auch die Delegierten der SVP folgten der Empfehlung der Parteileitung: Die SVP sei nach dem Wahlsonntag im Kanton Luzern neu die wählerstärkste Kraft. Damit habe die Partei Anspruch auf einen Ständeratssitz.

Allerdings gab es auch Widerspruch. Etliche Delegierte befürchteten, mit einer Kandidatur Estermann splitterten sich die Stimmen für die Bürgerlichen zu stark auf, und dies helfe der SP-Kandidatin. Der Entscheid für die Beteiligung am zweiten Wahlgang fiel schliesslich mit 92 zu 40 Stimmen.

Grüne ziehen sich zurück

Der Grüne Louis Schelbert tritt beim zweiten Wahlgang um die beiden Luzerner Ständeratssitze nicht mehr an. Seine Partei will so den Sozialdemokraten den Rücken stärken.

Bis zum Ablauf der Eingabefrist hat auch der Parteilose Rudolf Schweizer seine Kandidatur für den zweiten Wahlgang am 15. November eingereicht, wie die Staatskanzlei mitgeteilt hat. Schweizer dürfte aber chancenlos sein, er machte im ersten Wahlgang lediglich rund 2800 Stimmen und landete auf dem letzten Platz.

27.10.2015

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde