Stansstad NW – Vogelgrippe hat die Zentralschweiz erreicht

Innerschweiz (Stansstad)

Innerschweiz (Stansstad)

Foto Joseph Birrer

Die Vogelgrippe hat auch die Zentralschweiz erreicht: Bei einer toten Reiherente aus dem Vierwaldstättersee bei Stansstad ist das Virus nachgewiesen worden.

Es handelt sich um den ersten Wasservogel, der in den Urkantonen positiv auf die hochansteckende H5N8-Variante getestet worden sei, sagte Martin Grisiger, stellvertretender Kantonstierarzt des Laboratoriums der Urkantone, am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Er bestätigte Informationen des «Urner Wochenblatts» und des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes (LID).

Der Erreger H5N8 ist nach den bisherigen Erkenntnissen nicht auf den Menschen übertragbar. Bei Vögeln führt der aggressive Subtyp der europaweit grassierenden Vogelgrippe aber meist zum Tod.

Hausgeflügel muss geschützt werden

Das jüngst getestete Tier ist am vergangenen Donnerstag tot eingesammelt worden, sagte Grisiger. Das positive Testresultat liegt seit Montag vor. Das Laboratorium hatte bereits im November tote Tiere auf das Vogelgrippevirus testen lassen. Der Befund war jedoch jeweils negativ.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) erliess Mitte November landesweit Schutzmassnahmen für Geflügelhaltungen. Eine allgemeine Stallpflicht wurde nicht angeordnet.

Um Kontakte von Wildvögeln mit Hausgeflügel zu vermeiden, müssen Fütterung und Tränke in einem gegen aussen geschlossenen Stall stattfinden. Lassen sich die Vorgaben nicht einhalten, müssen die Tiere in geschlossenen Räumen untergebracht werden.

Schutzmassnahmen gelten bis Ende Januar

Zusätzliche Massnahmen zu den vom Bund angeordneten Vorschriften trifft das Laboratorium der Urkantone nicht. Die schweizweiten Schutzmassnahmen gelten voraussichtlich bis Ende Januar.

Der erste Fund des Vogelgrippetyps H5N8 in der Schweiz datiert vom 4. November am Bodensee. Die Tierseuche wird von Zugvögeln verschleppt, die auf der Reise in ihre Winterquartiere Zwischenhalte einlegen.

In der Zwischenzeit wurde der Erreger an dutzenden Stellen am Bodensee, Genfersee, Zürichsee, Neuenburger und Bieler See sowie weiteren Gewässern im Mittelland nachgewiesen. Gemäss BLV sind viele Wildvögel vom Vogelgrippevirus betroffen. Das Hausgeflügel in der Schweiz sei dank den getroffenen Massnahmen – anders als in anderen Ländern – bislang verschont geblieben.

7.12.2016

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde