Street Art in Luzern

Das Luzerner Künstlerduo Queenkong hat schon weltweit meterhohe Wandbilder kreiert. Jetzt ist wieder ein neues dazugekommen - und zwar in ihrer Heimatstadt.

Die Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) am Stadtrand in Ibach gehört seit 40 Jahren mit ihrer grauen Fassade zum festen Ortsbild. Architektonisch gesehen ist sie kein Meisterwerk, weshalb die meisten Menschen an ihr vorbeifahren, ohne sie zu beachten - bis jetzt: Nun ziert temporär ein etwa 15 Meter hohes und zehn Meter breites Wandbild, das künstlerisch das Thema Littering darstellen soll, die Fassade. Dafür verantwortlich ist das weltweit bekannte Luzerner Künstlerduo Queenkong bestehend aus Veronika Bürgi und Marco Schmid, die auch schon die inzwischen verschwundene coolste Frau der Stadt im ehemaligen Himmelrich kreiert haben.

Auf Littering und Recycling aufmerksam machen

«Wir finden es toll, dass der Gemeindeverband Real uns für dieses Projekt angefragt hat», sagt Bürgi. Street Art ist in der Stadt Luzern zwar ein immer grösseres Thema und findet langsam auch mehr Akzeptanz, aber trotzdem brauche es «viel Mut, sich auf diese Art von Kunst einzulassen - vor allem, wenn man ein so bekanntes Unternehmen ist wie Real.» Knapp eine Woche arbeitet das Paar nun schon am Bild, das von der Autobahn aus zu sehen ist.

Auf dem Bild zu sehen ist ein junger Mann, der auf einem Container fährt und dabei Abfall aufspiesst. Ausgerüstet ist er mit den offiziellen blauen Luzerner Güselsäcken. «Wir und der Auftraggeber Real wollten mit dem Motiv auf unsere Alltagshelden aufmerksam machen, die einen hervorragenden Job erledigen», so Bürgi. Die Menschen sollen zudem auf spielerische Art für das Thema Littering und Recycling sensibilisiert werden. «Die Entscheidung ist deshalb auch auf einen Buben gefallen, der die junge Generation repräsentiert und für die Zukunft unseres Planeten steht, der von mehr Umweltverschmutzung verschont werden soll.»

In den nächsten paar Tagen arbeiten die beiden nur noch an den Details. «Es fehlen noch die Schatten und markanten Linien, die dem Ganzen die nötige Tiefe geben und Leben einhauchen», sagt Schmid. Als Künstler könne man ewig an einem Werk arbeiten, aber bei Queenkong entscheide am Schluss das Bauchgefühl, wann es wirklich vollkommen ist.

Kunst am vergänglichen Bau

Wie beim Himmelrich-Projekt wird auch das Werk im Ibach nur temporär bleiben. Seit 2015 ist die Kehrichtverbrennung stillgelegt, Ende 2019 soll das Gebäude mitsamt des Kunstwerks abgerissen werden. Für das Künstlerduo jedoch kein Grund frustriert zu sein. Schmid: «Man muss sich immer vom eigenen Bild lösen. Das ist der Prozess dieser Kunst.» Der Abriss sei eben Teil der ganzen Geschichte. Wenn das Bild gemalt ist, gibt es Queenkong für die Umwelt und das Urteil der Bevölkerung frei. «Es liegt dann nicht mehr in unserer Macht», so Bürgi.

Für das Duo sei das Malen selbst das Wichtigste. Die zwei geniessen die gemeinsame Arbeit, das Umfeld an den verschiedenen und weltweiten Einsatzorten und die dazugehörenden Reaktionen der Menschen. All das dokumentieren sie in ihren Videos und teilen diese dann auf Social Media. Nach dem Abriss ist dies das einzige, was ihnen bleibt.

Quelle: 20Minuten

17.7.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde