Sursee – Anwohner kämpfen gegen Aussichtsturm

In Sursee soll ein rund 30 Meter hoher Aussichtsturm entstehen. Quartierbewohner wehren sich nun mit einer Petition gegen das Projekt.

Rund 30 Meter hoch soll der in Sursee geplante Aussichtsturm nach seiner Fertigstellung sein und eine Panorama-Ansicht über die Stadt und Region Sursee bieten. Nach der geplanten Eröffnung im Herbst 2017 soll das 400'000 bis 600'000 Franken teure Projekt als Treffpunkt mit Aussicht für spezielle Anlässe dienen, von Schulen für pädagogische Zwecke genutzt oder auch als Ergänzung bei Stadtführungen eingesetzt werden. Geplant ist der Turm neben dem Schulhaus St.-Martin.

Doch gegen das vom Verein Gewerbe Region Sursee geplante Bauprojekt regt sich nun Widerstand unter den Anwohnern. Sie haben beim Surseer Stadtrat eine Petition mit über 260 Unterschriften eingereicht, weitere sollen folgen. Mit der Sammlung wehren sie sich gegen den geplanten Standort beim Schulhaus. Die Petitionäre «halten mit Besorgnis fest, dass die Verwirklichung dieses Vorhabens mit jahrelangen schwerwiegenden Immissionen und vielfältigen Nachteilen für das ganze Quartier verbunden wäre», wie es in einer Mitteilung des Surseer Stadtrats heisst. Die Petitionäre bitten den Stadtrat deshalb, auf eine Erteilung des Baurechts zu verzichten. «Es geht um den Standort, nicht um das Projekt selbst», sagt Anwohner Peter Amstutz, der die Petition gemeinsam mit weiteren Anwohnern lanciert hat.

Gewerbeverein zeigt sich gesprächsbereit

«Die Standortwahl ist sehr fragwürdig. Es sind dort weder Parkplätze noch eine sinnvolle Erschliessung vorhanden», so Amstutz. Zudem sei der Turm mit 30 Metern rund doppelt so hoch wie die Häuser im Quartier. Die Petitionäre sehen insbesondere die Privatspäre und Ruhe der Anwohner auf ihren Terrassen gefährdet. «Der Turm soll neben einem Schulhaus gebaut werden. Das wirft auch Sicherheitsfragen auf», sagt Amstutz weiter.

Beim Gewerbeverein zeigt man sich gesprächsbereit: «Der Standort ist ein möglicher Platz, den uns die Stadt auf Nachfrage vorgeschlagen hat», sagt Andreas Birrer, Präsident des Vereins Gewerbe Region Sursee. «Der Turm wäre innert fünf Minuten vom Städtli aus erreichbar und liegt auch in der Nähe zu Schule und Altersheim», sagt er. Birrer macht aber klar: «Das Projekt Turm ist nicht zu diskutieren, doch der Standort muss nicht beim St. Martin sein. Da zeigt sich das Gewerbe Region Sursee flexibel.»

Der Stadtrat will nun innerhalb der kommenden sechs Monate Stellung zur Petition nehmen.

31.3.2016

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde