Sursee-Trienger-Bähnli fährt für Hollywoood durch Triengen

Hollywood im Surental

Johnny Depp, Michelle Pfeiffer, Penélope Cruz – und eine stattliche Dampflokomotive auf der Strecke Sursee-Triengen: Das Luzerner Surental kommt weltweit in die Kinos.

Eine mächtige weisse Dampfwolke steigt in den Himmel, schnaufend und pfeifend rollen die riesigen Räder an: Die französische Dampflokomotive des Typs 241-A-65 war übers Wochenende in Triengen zu Gast. Die altehrwürdige Maschine sah noch mindestens so gepflegt und originalgetreu aus wie im Baujahr 1925 – nur die beiden Kameras auf dem schwarzen Dach und vor den mächtigen Kolben stammen aus unserer Zeit.

Die Kameras hatte das französische Filmteam Plus de Prod aus Lyon auf dem Dampfross installiert. Es machte in Triengen mit Genehmigung der Gemeinde während drei Tagen Filmaufnahmen für ein Remake des Kino-Klassikers «Mord im Orient-Express», was in Triengen etliche Schaulustige anzog. Mehrere Male setzte sich der Zug in Bewegung und fuhr anschliessend wieder rückwärts an den Startort (siehe Video).

Hollywood verteilt Maulkörbe

Die Hollywood-Bosse sorgten offenbar dafür, dass die Beteiligten keine Details über den Kinofilm verraten. Beim Verein 241-A-65 aus Boniswil etwa, dem die eingesetzte Dampflokomotive gehört, hiess es auf Anfrage, man dürfe keine Auskunft geben, dies habe man in einem Vertrag so abgemacht. Auch die Filmcrew aus Lyon gab aus dem gleichen Grund keine Infos heraus. Doch ein Leser-Reporter, der vor Ort war, gab an in Triengen seien Aufnahmen für eine Mord-Szene im Zug gemacht worden.

Die Loki ist der Star

Filmstars waren in Triengen nicht zugegen; der Star dort war die schnaufende 241-A-65. Die bis zu 125 km/h schnelle und grösste noch betriebsfähige Dampflokomotive Europas wird im Film von Kenneth Branagh neben Superstars wie Johnny Depp, Michelle Pfeiffer und Penélope Cruz zu sehen sein. Lokomotiven dieses Typs wurden früher tatsächlich auf der Strecke des Orient-Expresses eingesetzt. Das Trassee der Sursee-Triengen-Bahn dürfte als Drehort ausgewählt worden sein, weil auf der Linie der Privatbahn kein regelmässiger Verkehr stattfindet und weil dort keine elektrischen Fahrleitungen vorhanden sind.

Fahrleitungen hätten auch kaum zum Kriminalroman aus dem Jahr 1934 von Agatha Christie gepasst. Der Orient-Express verkehrte zwischen Istanbul und Calais. Auf der von der Krimiautorin beschriebenen Reise befindet sich auch ein Privatdetektiv und der Amerikaner Ratchett, der im Remake von Johnny Depp gespielt wird. Eines Abends wird Ratchett ermordet. Weil der Zug zu dieser Zeit im Schnee steckt, muss sich der Mörder noch am Ort befinden. Nun ist der Privatdetektiv Hercule Poirot (Branagh) gefordert.

Der Film soll im November in die Kinos kommen – und Triengen darf sich im Idealfall auf Präsenz in den Kino-Sälen rund um den Globus freuen.

Quelle: 20Minuten

21.3.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde