Verjüngung im Luzerner Ständerat - Graber und Müller gewählt

Im zweiten Wahlgang der Luzerner Ständeratswahlen hat der bisherige Ständerat Konrad Graber (CVP) die Wiederwahl mit dem besten Resultat geschafft. Neu zieht Damian Müller (FDP) ins Stöckli ein. Damit bleibt die parteipolitische Zusammensetzung der Luzerner Ständeratsdelegation unverändert.

Mit dieser Wahl haben sich die beiden Favoriten des ersten Wahlganges erwartungsgemäss durchgesetzt.

Müller, der dem Luzerner Kantonsparlament angehört, konnte damit die bestandene Nationalratsmitglieder Prisca Birrer-Heimo (SP) und Yvette Estermann (SVP) distanzieren.

Die Wahlbeteiligung lag bei 40,4 Prozent. Sie war damit deutlich tiefer als im ersten Wahlgang vom 18. Oktober, als 50,3 Prozent der Stimmberechtigten sich an den Wahlen beteiligt hatten.

Mit Damian Müller wird ein ambitionierter Jungpolitiker Ständerat. Mit 31 Jahren ist er das jüngste Mitglied in der Kleinen Kammer. Das jüngste Mitglied der eidgenössischen Räte ist die grüne Genfer Nationalrätin Lisa Mazzone. Müllers Alter soll im Ständerat spürbar werden.

Im Interview mit Radio SRF sagte Müller: «Als jüngster Ständerat will dazu beitragen, dass im Stöckli der ‹junge Geist› Einzug hält.»

Müller ist Kaufmann und PR-Fachmann und gehört dem Luzerner Kantonsparlament seit 2011 an. Bei der parteiinternen Ausmarchung für die Ständeratswahlen gelang ihm der Coup, Parteipräsident und Nationalrat Peter Schilliger auszubooten.

Verjüngung im Luzerner Ständerat

Müller löst im Ständerat seinen Parteikollegen Georges Theiler ab. Theiler hatte 2011 als altgedienter Nationalrat noch eine Legislatur im Ständerat angehängt und zieht sich nun als 66-Jähriger aus der nationalen Politik zurück.

Konrad Graber ist 57-jährig und gehört dem Ständerat seit 2007 an. Er ist Wirtschaftsprüfer, Verwaltungsratspräsident des Milchverarbeiters Emmi und gilt als Vertreter der Wirtschaft. Den Hauptgrund für seine Wiederwahl sieht Graber so: «Die Bevölkerung will eine gewisse Konstanz im Luzerner Ständerat.»

Freude bei den Verliererinnen

Die Plätze drei und vier belegten die beiden Nationalrätinnen Prisca Birrer-Heimo (SP) und SVP-Frau Yvette Estermann. Auch wenn sie den Sprung ins Stöckli nicht geschafft hat, ist Prisca Birrer zufrieden: «Wie schon im ersten Wahlgang konnte ich über die Parteigrenzen hinaus Stimmen holen. Aber auch wenn die Stimmbeteiligung höher gewesen wäre, hätte es mir nicht gereicht.»

Ähnlich gibt sich Yvette Estermann. Sie war nochmals angetreten, um ihrer SVP nochmals einen Erfolg zu bescheren. Obwohl es nun bloss für den vierten Platz gereicht hat, freue sie sich: «Nach dem Wahlerfolg der SVP im 1. Wahlgang ist mein vierter Platz keine Niederlage.»

16.11.2015

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde