Weniger Logiernächte – Terror und Visa halten Chinesen von Luzern fern

In Luzern haben die Logiernächte 2016 leicht abgenommen. Besonders Chinesen besuchen Luzern weniger. Zugenommen hat die Nachfrage aus den Golfstaaten.

Schweizer Hoteliers verbuchen einen Rückgang bei den ausländischen Touristen – abgenommen hat etwa die Nachfrage der asiatischen Touristen (-3,4 Prozent).

Betroffen ist auch Luzern. In der Stadt wurden letztes Jahr 1'269'774 Übernachtungen registriert. Dies entspricht laut Luzern Tourismus einer Abnahme von rund 10'000 Logiernächten (-0,8 Prozent) im Vergleich zu 2015. In der Region Luzern-Vierwaldstättersee sank die Zahl um rund 85'000 (-2,4 Prozent).

«Die asiatischen Märkte schliessen mit lediglich einem kleinen Rückgang von einem Prozent erfreulich ab», teilte Luzern Tourismus mit. Den stärksten Rückgang aus Asien verzeichnete man mit 10,7 Prozent bei den Touristen aus China (-14'500 Logiernächte) und Hongkong (-3600 Logiernächte). «Aus China wurden 2016 immerhin mehr Gäste als im Jahr 2014 und den Vorjahren gezählt. Lediglich das Rekordjahr 2015 war besser», sagt Sprecherin Sibylle Gerardi.

Visa-Mangel und Terrorismus halten Touristen fern

Grund für den Rückgang sei auch die Visa-Situation in China: «Es gab bis vor kurzen zu wenige Stellen, wo die neuen biometrischen Visa bestellt werden konnten.» Auch die abgeschwächte Konsumstimmung sei nicht förderlich. «Vor allem aber ist dies auf die Terrorsituation in Europa zurückzuführen. Viele Reiseveranstalter haben ihre Reisen annulliert oder Reisende hatten Befürchtungen wegen Anschlägen und darum Europa nicht gebucht», sagt Gerardi.

Abgenommen hat auch die Zahl der Schweizer Touristen (-7,5 Prozent). Dies hat laut Gerardi damit zu tun, dass 2015 mit einer Zunahme von drei Prozent überdurchschnittlich erfolgreich war. «Das heisst die Rückgänge folgten auf hohen Niveau.» So waren es etwa 2016 im Mai und August mehr Übernachtungen als 2014, aber weniger als 2015. «Grundsätzlich sind die Schweizer noch immer mit Abstand das wichtigste Herkunftsland mit fast einem Viertel aller Übernachtungen.»

Mit 15,6 Prozent (+6500) auf rund 47'700 Nächte zugenommen hat aber die Zahl der Touristen aus den Golfstaaten: «Dieser Markt wird noch nicht sehr lange bearbeitet und die Aktivitäten zeigen nun bereits Wirkung», sagt Gerardi. «Sie schätzen auch das Shopping und die gute Auswahl an Vier- bis Fünf-Stern-Hotels. Dieser Markt gehört zu jenen, die sich in den letzten fünf Jahren am stärkten entwickelt hat.»

Luzern Tourismus setzt auf den Winter

Gerardi ist zuversichtlich, dass die Nachfrage aus China wieder steigt: «Aus diesem Markt, der ein riesiges Potenzial hat, erwartet man für die Schweiz eine jährliche Zunahme um sechs Prozent, wovon sicherlich auf Luzern profitieren wird.» Auch aus Europa werden mehr Gäste erwartet. Aus den USA – dem wichtigsten Auslandmarkt für Luzern – wird 2017 eine Zunahme um rund fünf Prozent erwartet. «Prognosen im Tourismus sind allerdings schwierig zu stellen, da es sehr viele unberechenbare Faktoren gibt.»

Um mehr Gäste anzulocken und die Logiernächte stärker auf das Jahr zu verteilen, will man Touristen den Winter schmackhaft machen. Dabei setzt man etwa das Eisfeld vor dem KKL oder den Tell-Pass. Zudem soll Luzern als Weihnachtsstadt weiterentwickelt werden. Auch im Bereich Business-Reisen sei eine Zunahme zu erwarten.

Grossprojekte sollen Gäste anlocken

Positiv stimmt Luzern Tourismus auch der Abschluss grosser Bauprojekte wie das Bürgenstock Resort, das Resort in Andermatt oder die «MS 2017»: «Solche Projekte haben eine grosse Ausstrahlung. Diese Infrastrukturen werden zusätzliche Gäste anziehen oder Gäste motivieren, länger zu bleiben.», sagt Gerardi.

Quelle: 20Minuten

22.2.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde