Wenn Schneider-Ammann eine Rede hält

Parodie Schneider-Ammann

Bundesrat Schneider-Ammann

Bundesrat Schneider-Ammann

Bild ZST

In seiner 1.-August-Rede in Luzern sagte Bundesrat Johann Schneider-Ammann, «dass wir nie genug Touristen gehabt haben können». Das kommt nicht überall gut an.

Auf dem Europaplatz vor dem KKL in Luzern fand am Vorabend des 1. August der Nationalfeiertag statt. Mehrere hundert Personen begrüssten den Festredner Johann Schneider-Ammann.

«Ich rede nicht über rote Linien», sagte der Wirtschaftsminister (FDP) gleich zu Beginn seiner Ansprache, die laut SDA eher eine Plauderei war als eine staatsmännische Rede. So berichtete er etwa davon, dass er im Kreuzworträtsel das Luzerner Wahrzeichen mit 13 Buchstaben nicht fand, bis er merkte, dass er «Kapellbruecke» falsch «Kappelbruecke» geschrieben habe. Dann hätten im Kreuzworträtsel Vertikale und Horizontale übereingestimmt – und es habe wie beim Schweizer Kreuz ein Kreuz gebildet.

Schneider-Ammann bezeichnete die Schweiz als «viel bewundertes kleines Paradies» und Luzern sei «das Paradies im Paradies.» Der Tourismus sei für die Schweiz und für Luzern sehr wichtig. Ungemein wichtig sei derjenige aus dem fernen Osten gewesen. Dann sagte Schneider-Ammann: «Wir können nie genug Touristen gehabt haben.» Nach der Rückkehr in ihre Heimat seien die Touristen Botschafter für die Schweiz.

Mit dieser Aussage erfreut Schneider-Ammann nicht alle Luzerner: Im November 2017 hatten die Grünen einen Vorstoss zum Thema Tourismus eingereicht.

Auch für Grüne hat Tourismus in Luzern Tradition

Denn weil die Anzahl Touristen in den nächsten zehn Jahren stark steigen werde, verlangten sie vom Stadtrat, er solle eine «Vision Tourismus Luzern 2030» ausarbeiten. Dabei solle diskutiert werden, ob für Airbnb-Wohnungen, Carparkplätze und Hotelkapazitäten allenfalls Maximalwerte, also Begrenzungen, festgelegt werden sollen. Damals sagte die Grüne Grossstadträtin Korintha Bärtsch: «Uns geht es darum, die Diskussion zu lancieren. Der Tourismus ist wichtig für die Stadt Luzern aber unser grösstes Anliegen ist, dass die Bevölkerung positiv mit dem Tourismus leben kann.» Auch gestern sagte Bärtsch auf Anfrage: Wir sind stolz auf unsere Stadt und der Tourismus hat in Luzern Tradition.

Wie stark der Tourismus künftig noch wachsen soll, müsse auch mit der Bevölkerung diskutiert werden. Über die Worte von Schneider-Ammann, dass man nie genug Touristen in Luzern gehabt haben könne, sagt Bärtsch: «Ich finde diese Aussage unüberlegt. Es kann nicht sein, dass wir unsere Seele verkaufen.»

SVP schickt den Ball an die Grünen zurück

Anders sieht dies SVP-Grossstadtrat und Fraktionschef Marcel Lingg: «Ich gebe den Worten von Johann Schneider-Ammann recht. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig.» Ausserdem hat Lingg einen Wunsch an die Linken: «Bevor die Platznot wegen den Touristen kritisiert wird, sollten sie sich überlegen, wie das allgemein prognostizierte Bevölkerungswachstum mit bis zu zwölf Millionen Bewohnern in der Schweiz angegangen werden soll.»

Quelle: 20Minuten

Video ZVG: Chrystal Jen / Ganzes Video

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