Workshop Netzwerk Frauen-Politik-Luzern

Frauen - Politik - Luzern

Frauen - Politik - Luzern

Workshop "Ehrengast und Shitstorm - Umgang mit Rampenlicht und öffentlicher Kritik", moderiert von Rosy Schmid. Bild ZVG

In Führungspositionen der Wirtschaft und in der Politik sind mehr Frauen erwünscht, aber schwer zu finden. Eine überparteiliche Gruppe von engagierten Politikerinnen hat die Initiative ergriffen, die Kompetenz, das Knowhow und die Dynamik der Frauen aufzuzeigen und diese für politische Ämter zu motivieren.

Mit dem Workshopabend «Politik nicht nur etwas für harte Kerle» vom 22. August 2018 in der Hochschule Luzern sind interessierte Frauen eingeladen worden, ihre Vorurteile zu politischem Engagement abzubauen, sich Wissen von erfahrenen Politikerinnen zu holen, auf Tuchfühlung mit diesen zu gehen und eigene Strategien für den politischen Weg zu entwickeln.

In folgenden Workshops haben die Teilnehmerinnen Strategien und Ideen für den politischen Weg gesammelt: "Chancen und Perspektiven – Möglichkeiten der Politik" (geführt durch Ida Glanzmann, Nationalrätin CVP, und Priska Lorenz, alt Kantonsrätin SP), "Persönliche Meinung und Kollegialitätsprinzip – Umgang mit Parteizugehörigkeit" (geführt durch Claudia Huser Barmettler, Kantonsrätin GLP, und Erna Bieri‐Hunkeler FDP, Stadtpräsidentin Willisau), "Ehrengast und Shitstorm – Umgang mit Rampenlicht und öffentlicher Kritik" (geführt durch Irina Studhalter, Grossstadträtin Luzern Junge Grüne, und Inge Lichtsteiner, Kantonsrätin CVP), "Familie, Beruf und Politik – Umgang mit verschiedenen Rollen" (geführt durch Katharina Meile, und Vroni Thalmann, Kantonsrätin SVP).

"Engagement lohnt sich definitiv"

Die Teilnehmerinnen sind sich dabei folgendem bewusst geworden: Frau wächst in politische Ämter hinein, Vorkenntnisse sind nicht zwingend notwendig für den Einstieg. Frau darf und soll Mut für eine eigene politische Themenwahl und Positionierung haben. Mut zur Lücke und für Veränderung ist wichtig. Vereinbarkeit von Familie und Beruf darf bei Familie und Arbeitgeber eingefordert werden. Yvonne Schärli, alt Regierungsrätin SP und Präsidentin der eidgenössischen Kommission für Frauenfragen dazu: «Politik lohnt sich. Man kann viel bewirken und sehen, was man erschaffen hat. Legen Sie los und kandidieren Sie für ein politisches Amt.»

Für Claudia Huser Barmettler, Kantonsrätin glp ist klar: «Am Schluss brauchen wir Frauen im Kantonsrat und anderen Gremien, egal aus welcher Partei!», und «Frauen für ein Amt wie die Regierung zu motivieren, bedeutet langfristige und gut geplante Aufbauarbeit. Es ist ein fortlaufendes, stetiges Engagement, das immer von allen Parteien getan werden muss, aber es lohnt sich definitiv!»

Ein Drittel kann sich politisches Amt vorstellen

Nach dem Workshop kann sich rund ein Drittel der Teilnehmerinnen ein politisches Amt vorstellen. Damit ist das Ziel des Workshops erreicht worden, Frauen für ein politisches Amt zu begeistern und zu motivieren. Es geht nicht darum, Männer auszuschliessen, doch es braucht mehr Frauen in der Politik. Beste Ergebnisse werden mit einer ausgewogenen Vertretung von beider Geschlechter erreicht. Dies wird immer wieder von Erhebungen und Studien belegt. Dabei muss jede Frau einmal den ersten Schritt wagen. Dies ist leichter gesagt als getan. Das ist sich diese Gruppe bewusst. Deshalb wurde das Netzwerk über alle Parteigrenzen hinweg gebildet. Es organisiert Anlässe, die Frauen vor allem direkt und persönlich ansprechen sollen und eine erste Brücke hin zu wichtigen Funktionen und Ämtern bilden sollen. Ein erster öffentlicher Anlass fand im März 2018 mit einem Referat von Bundesrätin Doris Leuthard und anschliessender Podiumsdiskussion im Hotel Schweizerhof statt. Der grosse Aufmarsch an Teilnehmerinnen zeigte, dass das Thema interessant, wichtig und aktuell ist.

28.8.2018

Sommer in der Zentralschweiz

Summertime, and the livin' is easy