Zero-Waste – Unverpackte Ware vor Ort aus dem «Hippie-Bus»

Ein Zero-Waste-Geschäft soll es bald auch in Zug geben: Mit einem Bus will eine Startup-Unternehmerin unverpackte Ware direkt in Zuger Quartiere bringen.

Was es in Luzern und anderen Städten schon gibt, soll auch bald nach Zug kommen: Ein Geschäft, das verpackungsfreie Waren anbietet. In Zug soll es aber ein mobiles Ladenlokal sein: Die 36-jährige Nadia Haeny aus Oberägeri will mit einem Bus in Zug und Umgebung plastikfreie und frische Produkte verkaufen. «Mein Traum ist es, einen ‹Hippie-Bus› zu haben, um die Leute direkt am Arbeitsplatz oder am Wohnort mit meinen plastikfreien Produkten zu beliefern.» Nebst dem mobilen Laden möchte sie aber auch fixe Standorte haben, etwa bei Privaten oder Firmen.

Unverpackt-Stand am Altstadtmärt

Haeny hat bereits einen Unverpackt-Stand, den sie jeweils samstags am Zuger Altstadtmärt bedient. Haeny: «Ich habe frisches Gemüse und Obst, Salate im Glas, Säfte, Smoothies und selbstgemachte Bienenwachstücher.» Letztere sollen Alu- und Klarsichtfolien ersetzen und seien mehrmals wiederverwendbar.

Für den Traum-Bus würde sie gerne noch ihr Sortiment erweitern: «Je eine Sorte Reis, Pasta und Linsen, Putzmittel ohne Mikroplastik, Naturkosmetik, Abwaschutensilien und Mehrwegflaschen.»

Berlin gab den Input

Die gelernte OP-Schwester beschäftige sich schon längere Zeit mit Ernährung und habe «fast vegan» auch schon ausprobiert. Aufmerksam auf verpackungsloses Einkaufen wurde sie, als der erste Laden in Berlin eröffnet wurde: «Es war ein Aha-Effekt, ich dachte mir so was brauchen wir auch in der Schweiz.» Aber bis heute fehke ein solcher in Zug.

Nach langem Abwägen hat Haeny entschieden, ein Crowdfunding-Projekt zu starten. Ihr Ziel: In 100 Tagen 45'000 Franken für das Projekt Unverpackt Shop & Juice-Bus zu erreichen. Mit 21'000 Fr. könne sie den Kauf des Busses finanzieren, der Rest wäre für den Umbau und eine Kühltheke. «Toll wäre ein VW-Postbus, den ich mit Graffiti bemalen lasse.»

Leute sind begeistert

Haeny ist zuversichtlich: «Es sollte super funktionieren. Das Feedback der Leute ist sehr positiv: ‹Hammer-Idee, mach das›, sagen sie. Natürlich braucht es Zeit, aber man merkt, dass die Leute offen sind und umzudenken beginnen.» Firmen hätten sich noch keine gemeldet, aber Konkurrenten gebe es auch keine. Haeny: «Es gibt einen Food-Truck in der Industriestrasse, aber der verkauft die üblichen Salate in Plastik und ganze Poulets.»

Die meiste Werbung für das Crowdfunding mache Haeny selber über die Facebook-Seite; Plakate und Flyer würden auch schon in verschiedenen Läden in Zug hängen.

Unverpacktes kommt in Luzern gut an

In Luzern kennt man das Prinzip schon etwas länger: Im Februar wurde der Quai4 am Alpenquai in Luzern eröffnet, im April folgte die Eröffnung des Ladens Unverpackt Luzern in der Zürichstrasse. Unverpackt-Geschäftsführer Milan Nevicky: «Der Laden läuft gut, obwohl es jetzt im Sommer etwas ruhiger ist. Die Luzerner haben immer noch viel Interesse an diesem Konzept.» Für genaue Zahlen sei es jedoch noch etwas zu früh. Beim Quai4 konnte auf Anfrage niemand Auskunft geben.

Quelle: 20Minuten

25.7.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde