Zug versteigert ZG 1 bis ZG 100 und Schnapszahlen

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Bild ZVG Stadt Zug

Weil auch der Kanton Zug rote Zahlen schreibt, werden im Februar erstmals Autonummern versteigert. Die Nummer ZG 1 soll mindesten 100'000 Franken einbringen.

Weil auch der Kanton Zug die Sparschraube anziehen muss, wurden im Vorfeld des Budgets 2018 bis 2022 nach neuen Einnahmequellen gesucht. So schlug der Regierungsrat etwa vor, neu Auto- und Motorradnummernschilder zu versteigern, und stiess beim Kantonsrat auf offene Ohren. Nun ist die Änderung seit Neujahr in Kraft. Dadurch sollen pro Jahr zusätzlich rund 400'000 Franken in die Staatskasse gespült werden.

Stattfinden soll die Auktion der Nummernschilder bereits im Februar. «Ungefähr in den ersten beiden Februarwochen werden wir informieren, welche Schilder versteigert werden und wie die Art der Auktion abläuft», sagt Markus Feer, Leiter des Strassenverkehrsamts. Sicher ist aber, dass Interessierte per App ihre Angebote werden abgeben können.

Nummern werden aus dem Archiv geholt

Interessant an der Auktion ist, dass auch Autonummern zwischen ZG 1 und ZG 100 für die Versteigerung zugelassen werden. Bis zu einer Gesetzesänderung in den 80er-Jahren waren diese Nummern dem Zuger Autogewerbe vorbehalten. Danach verschwanden sie in den Archiven des Strassenverkehrsamts. Nun sollen sie in den nächsten Jahren für die geplanten Auktionen genutzt werden.

Ob die repräsentative Nummer ZG 1 tatsächlich schon im Februar zu ersteigern sein wird, ist noch unbekannt. Wenn ja, dürfte der Zuschlag teuer zu stehen kommen, wie Feer bestätigt: «Der Erlös ist nicht vorauszusehen, aber andere Kantone konnten einen sechsstelligen Betrag verzeichnen. Wir stellen uns ebenfalls einen ähnlichen Betrag vor.»

Dickeres Portemonnaie muss vorhanden sein

Ersteigert werden können etwa auch Nummern mit Schnapszahlen, die noch nicht immatrikuliert sind. Geplant ist auch, dass unbenützte Wunschnummern wie etwa Geburtstage in die Versteigerung kommen können. Die Preise werden jeweils vom Strassenverkehrsamt festgelegt und anschliessend können Personen, die in Zug wohnhaft sind und ihre Fahrzeuge dort immatrikuliert haben, an der Versteigerung mitbieten.

Feer ist sich bewusst, dass diese Art von Angebot nur etwas für Verkehrsteilnehmer mit dickem Portemonnaie ist: «Auktionen beinhalten immer den Aspekt von Angebot und Nachfrage.» Personen mit einem bescheidenen Kontostand haben die Möglichkeit, per Erbschaft an eine kleinere Autonummer zu gelangen. Verzichten etwa direkte Erben auf die Gelegenheit, können sie die Nummer ihrem Nachwuchs überlassen. Die anfallenden Kosten beschränken sich auf die Umschreibung des Fahrausweises und der eventuellen Herstellung neuer Nummernschilder.

Trotzdem hat der Kanton Zug auch hier eine neue Geldquelle entdeckt. Will ein Nachkomme beispielsweise die Nummer seines verstorbenen Vaters übernehmen, kostet dies neu 250 Franken. Bis am 31. Dezember 2017 war dies noch kostenlos.

Quelle: 20Minuten

4.1.2018