Zwischennutzung mit Containern am Pilatusplatz Luzern?

Pilatusplatz Luzern

Pilatusplatz Luzern

Foto Joseph Birrer

Der Pilatusplatz mitten in der Luzern liegt brach. Die SP fordert eine wirtschaftliche Zwischennutzung mit Cafés, Gewerbe und Pop-Up-Stores. Vorbild ist eine Container-Stadt in München.

Am Pilatusplatz soll ein 35-Meter-Hochhaus gebaut werden. Dafür hat der Grosse Stadtrat letzten Februar Grünes Licht gegeben. Wenn alles planmässig verläuft, soll auf dem Areal «Schmitte-Wäldli» im Jahr 2022 mit dem Bau begonnen werden. Das Areal also steht noch mindestens fünf Jahre leer.

«Das Areal ist schlichtweg nicht belebt»

Bis dahin soll das Areal sinnvoller genutzt werden, sagt Yannik Gauch von der SP-Fraktion. Im Moment stehen dort provisorisch Bäume und Bänkli, die zum Entspannen einladen sollten. «Doch das Areal ist schlichtweg nicht belebt», so Gauch weiter aus, der selbst unweit vom Pilatusplatz wohnte. «Die jetzige Lösung ist nicht befriedigend». Für Gauch steht fest: Der zentral gelegene und optimal erschlossene Boden soll bis zum Start der Bauphase anderweitig genutzt werden. Dazu hat die SP ein dringliches Postulat eingereicht.

«Heute gibt es viele gute Beispiele, wie brachliegendes Bauland erfolgreich zwischengenutzt werden kann», sagt Gauch. Häufig werde mit provisorisch aufgestellten Containern auf möglichst einfache und kostengünstige Art und Weise Raum für Start-Up Unternehmungen, Pop-Up-Stores und lokales Gewerbe geschaffen.

Vorbilder in München und Zürich

Ein gutes Beispiel hierfür ist laut Gauch das Container Collective in München. Dort gibts nun etwa ein Café, eine Cocktailschule, eine Nähstube oder Container für Workshops. Auch ein Blick nach Zürich lohne sich: Dort wurde das Projekt Basislager innert kürzester Zeit realisiert und alle Container sind im Handumdrehen vermietet worden. Diese Zwischennutzung sei ein grosser Erfolg und eine Win-Win-Situation für Stadt, Ökonomie und Arealbesitzerin, sagt Gauch.

Schaufenster für Gewerbler

«Eine solche Zwischennutzung ist auch auf dem Pilatusplatz denkbar», so der SPler. Auch im gastronomischen Bereich seien Projekte denkbar – etwa ein Café oder eine Bar. Weiter könnten Firmen, die in der Agglomeration eine Produktionshalle haben, ihre Produkte in eigens dafür eingerichteten Schaufenstern ausstellen. «Solch ein Projekt wäre eine sinnvolle und auch kostengünstige Lösung», sagte Gauch weiter.

Wirtschaftlichkeit soll im Vordergrund stehen

Gauch fordert den Stadtrat dazu auf, möglichst bald Leute aus der Bevölkerung zu organisieren, etwa Wirtschaftsunternehmen, Quartiervereine, oder Kulturinstitutionen, die sich an einen runden Tisch setzen. Weiter soll der Stadtrat eine Zwischennutzung in Form von provisorisch errichteten Gewerbe- Atelier- und Showräumen prüfen und einen Projektwettbewerb ausschreiben. «Der Fokus soll bei der Nutzung besonders auf den wirtschaftlichen Aspekt gelegt werden», schreibt die SP im Vorstoss.

Früher stand dort ein Kult-Restaurant

Bis 2011 stand auf dem Areal das Restaurant Schmiede – oft auch «Schmitte» genannt. Es wäre nicht das erste Mal, dass das brachliegende Areal temporär anders genutzt wird: Im Sommer 2013 wurde dort ein 23 Meter hoher Turm aus Baugerüsten installiert. Das Kunstwerk, das vom Sarner Künstler Christian Kathriner stammte, sollte die Bevölkerung für Baukultur sensibilisieren.

Quelle: 20Minuten

15.8.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde