Barbara Gysel übernimmt ZST-Slogan: Global handeln, lokal denken

Barbara Gysel

Barbara Gysel

Barbara Gysel, Zug, Kantonsrätin und Präsidentin SP Kanton Zug. Bild ZVG SP Zug

Die Politik nimmt eine wichtige Rolle ein, für Glaubwürdigkeit zu sorgen; Glaubwürdigkeit im Politischen selbst, aber auch in unserem Verhalten und Denken. Das gilt nicht nur für die globale Ebene, auch nicht nur für die nationale, sondern umso stärker auch für die kantonale. Um für die gesamte Bevölkerung eine «Heimat» im Kanton zu schaffen, müssen wir für glaubwürdige Nivellierungen sorgen.

Zug ist ein Kanton der Ungleichheit. So bedeutet Glaubwürdigkeit etwa, für eine faire Lastenverteilung zu sorgen. Das wird auch im Mai bei der kantonalen Abstimmung zum Planungs- und Baugesetz (PBG) diskutiert werden: Grundstücke gewinnen bei Ein- und Umzonungen viel an Wert. Von diesem «Mehrwert» soll künftig einmalig eine Abgabe an den Staat abgegeben werden, um beispielsweise die öffentliche Infrastruktur mitzutragen. Wir vertreten die Haltung, dass gerade im Kanton Zug, wo Boden ein so wertvolles Gut ist, mehr als das Bundesminimum verlangt werden sollte. Andernfalls droht, dass private Investoren den «Mehrwert» und die öffentliche Hand die «Mehrkosten» haben.

Landschaften sind dynamisch

Jede Sekunde nimmt die Siedlungsfläche der offiziellen Arealstatistik des Bundesamts für Statistik zufolge um 0.7 Quadratmeter zu. Durch Wohn-, Geschäfts- und Infrastrukturbauten, aber auch infolge der Landwirtschaft, werden unser Boden und unser Land kontinuierlich verändert. Es ist Zeit, dass wir uns auch der Kehrseite annehmen – etwa wenn in den kommenden Monaten raumplanerisch über den Kiesabbau diskutiert werden wird.

Glaubwürdigkeit und Vertrauen

Um Nachhaltigkeit sollten wir wiederum auch besorgt sein, indem wir uns im innovativen Kanton Zug für klimafreundliche und erneuerbare Energien einsetzen. Um Lastenteilung und Ausgleich soll es aber auch in Wirtschaft und Gesellschaft gehen. Glaubwürdigkeit und Vertrauen lassen sich zuweilen durch «freiwillige Bescheidenheit» schaffen. Ein kleines Beispiel: Unsere Zuger Verwaltung etwa gilt zwar als effizient, aber sie ist manchmal auch teuer. Es wäre etwa ein Symbol der Bescheidenheit, wenn alle Dienstreisen – von Mitarbeitenden der Verwaltung bis hin zu Magistratspersonen – nur noch mit einem 2. Klassebillett getätigt würden. Die Abschaffung von 1. Klassereisen wurde im Rahmen des Sparpakets zwar diskutiert.

Fakt ist aber, dass sowohl bei der kantonalen als auch der städtischen Verwaltung nach wie vor erste Klasse vergütet wird. Auch diese «kleinen» Zeichen zeugen von gelebter Glaubwürdigkeit. Schliesslich engagieren sich die allermeisten in Verwaltung und Politik mit viel Verantwortungsgefühl fürs Gemeinwohl. Ihnen allen sei gedankt.

Allen Zugerinnen und Zugern wünsche ich für 2019 bei allen anstehenden Diskussionen viel Interesse, Umsicht und Mitbeteiligungen. www.sp-zug.ch

Von Barbara Gysel

Quelle: Zuger Woche

11.1.2019

Dem Luzerner Fasnachtshimmel zu wir streben – aus «Lohengrin»