Kanton Luzern startet Aktion «Eigenverantwortung wirkt» mit DJ Bobo

DJ Bobo - Eigenverantwortung hilft

DJ Bobo - Eigenverantwortung hilft

Bild ZVG Kampagne Eigenverantwortung hilft

Der Kanton Luzern spannte einen Promi ein, «um die Bevölkerung zu mehr Eigenverantwortung aufzurufen, um das Kostenwachstum im Gesundheitswesen zu dämpfen», teilte die Staatskanzlei am Montag mit. Der Promi heisst DJ Bobo, den der Kanton folgenden Slogan zur Kampagne «Eigenverantwortung wirkt» sagen lässt: «Gehen Sie nicht wegen jedem Bobo zum Arzt!»

Betont wird vom Kanton, dass das «grosse medizinische Leistungsangebot mit hoher Versorgungsdichte» seinen Preis hat. So habe Luzern im Jahr 2017 85 Millionen Franken mehr für die Gesundheitskosten ausgegeben als noch 2012. Im Kampf gegen die steigenden Kosten im Gesundheitswesen appelliert der Kanton Luzern deshalb an die Eigenverantwortung der Bevölkerung.

Gesundheitsdirektor Guido Graf formuliert es wie folgt: «Wer bei harmlosen Beschwerden nicht vorschnell einen Arzt oder ein Spital aufsucht und sich zuerst selber zu helfen versucht, leistet einen Beitrag zur Dämpfung der steigenden Gesundheitskosten.» Jeder Bagatellfall verursache unnötige Kosten – und dies wirke sich «positiv auf die Entwicklung der Krankenkassenprämien» aus.

Ihm sei aber bewusst, dass es «für Laien oft schwierig zu beurteilen ist, was ein medizinischer Notfall ist. Keinesfalls raten wir generell davon ab, bei gesundheitlichen Problemen professionelle medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen».

DJ Bobo hilft sich selber

Was also ist ein Bobo, das man lieber allein heilen soll? Dazu äussert sich Musiker DJ Bobo in der Kampagne des Kantons mit einem persönlichen Beispiel:

«Bei Heiserkeit muss ich meine Stimme schonen. Mit Salzwasser gurgeln hilft da genauso gut wie eine halbe Stunde beim Hausarzt.»

DJ Bobo, Musiker

Auch Gesundheitsdirektor Graf will seinen privaten Beitrag zu tieferen Gesundheitskosten leisten. Sein Motto:

«Ich versuche, nicht vorschnell zum Arzt zu gehen.»

Guido Graf, Gesundheitsdirektor

Kantonsarzt Roger Harstall beantwortet die Frage, was denn nun solche Bobos seien, die keinen Arztbesuch erfordern, mit einigen konkreten Beispielen:

• leichter Husten

• laufende Nase

• ganz leicht erhöhte Körpertemperatur

• leichtes Unwohlsein

• kleine Insektenstiche

• Kopfweh

• Gliederschmerzen

Kleine Verletzungen wie «Tomaten» am Oberschenkel

«Es geht also um kleine Sachen», sagt der Kantonsarzt. Denn «nicht jeder, der meint, er habe eine Grippe, hat eine Grippe. Oft helfen Hausmittel».

Auch Kantonsarzt Harstall betont aber: «Es geht bei der Kampagne nicht darum, dass Personen, die wirklich ein medizinisches Problem haben, keine professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt.»

Er glaubt nicht, dass wegen der Kampagne die Gefahr besteht, dass Patienten mit ernsthaften Problemen nun auf den Arztbesuch verzichten, weil sie denken, sie hätten nur ein Bobo oder weil sie nicht als wehleidig gelten wollen. «Dieses Risiko erachte ich als sehr gering. Die Leute sind genug kritikfähig und verfügen über genug Urteilsvermögen, um zu unterscheiden, wann sie zum Arzt müssen und wann das nicht zwingend nötig ist.» Und Personen, auf die das nicht zutreffe, würden im Zweifelsfall kaum darauf verzichten, zum Arzt zu gehen.

Quelle: 20Minuten

Video: Für alle, die DJ Bobo nicht mehr kennen – Chihuahua

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