Kulturstipendium Armin Meienberg 2019 geht an Selin Dettwiler

Selin Dettwiler

Selin Dettwiler

Foto Michael Baumann. Bild ZVG

Bereits zum dritten Mal schrieb der Verein Istanbuluzern ein Stipendium für eine Residency aus. Nachdem 2017 der Luzerner Fotograf Fabian Biasio mit dem Kulturstipendium Armin Meienberg ein Projekt in der türkischen Millionenmetropole verwirklichte, 2018 der Istanbuler Architekt Onur Atay sein Projekt in Luzern umsetzte, wird heuer Selin Dettwiler aus Luzern mit ihrem Projekt «Hüzün» unterstützt.

Das Stipendium beinhaltete einen zehnwöchigen Aufenthalt in Istanbul, sowie einen Lebens- und Reisekostenzuschuss von CHF 5'300.–.

Der Verein Istanbuluzern erhielt insgesamt acht qualitativ sehr hochstehende Bewerbungen für die Istanbul- Residency 2019 von Luzerner Kulturschaffenden. Nach zwei intensiven Sitzungen der externen Fachjury fiel die Wahl fiel auf Selin Dettwiler (*1990), die die Jury mit ihrem poetischen, biographisch inspirierten, transkulturellen und transdisziplinären Film-Lyrik-Projekt Hüzün überzeugte. Sie wird das Projekt im Herbst 2019 gemeinsam mit Michael Baumann, Drehbuchentwickler und Lyriker, während zehn Wochen in Istanbul verfolgen und umsetzen.

«Das vertraute Gefühl bekommt plötzlich einen Namen», schreibt Selin Dettwiler und meint damit Hüzün, dieses Gefühl der Melancholie und Sehnsucht, das die in der Schweiz aufgewachsene Tochter einer Kurdin aus der Türkei und eines Schweizers auch hierzulande zuweilen verspürt, dafür aber lange keinen Namen hatte.

Hüzün ist denn auch Ausgangspunkt der visuellen und literarischen Recherche der Filmerin und Teilzeitstudentin der Philosophie und Islamwissenschaft. An unterschiedlichen Orten in Istanbul macht sie sich, zusammen mit Michael Baumann, auf die Suche nach Bildern, Texten, Gedichten, und Liedern über Hüzün.

Während früherer Aufenthalte in Istanbul machten sie die Erfahrung, dass Lyrik und Literatur bei der Bevölkerung einen viel grösseren Stellenwert haben als in der Schweiz und ganz selbstverständlich zum Leben dazugehören. Selin Dettwiler will den unterschiedlichen Bedeutungen und Wahrnehmungen von Hüzün, sowie den eigenen, biographisch geprägten Sichtweisen nachgehen und diese wiederum in Beziehung setzen mit den Perspektiven ihres Projektpartners.

Diese Auseinandersetzungen mit Text und Bild ist eine vielschichtige und transkulturelle. Der Verein Istanbul freut sich auf das Ergebnis dieser facettenreichen, visuellen und literarischen Recherche von Selin Dettwiler und Michael Baumann, die sie mit einem Film und einer begleitenden Publikation auf den Punkt bringen und auch der Luzerner Bevölkerung vermitteln wollen.

27.3.2019