Luzerner Tauben bitte nicht füttern

Tauben nicht füttern

Tauben nicht füttern

Bild ZVG Stadt Luzern

In der Luzerner Innenstadt weisen vom 5. bis 26. November 2018 Plakate darauf hin, dass Tauben nicht gefüttert werden sollen. Das Füttern von Vögeln hat negative Folgen: Die Tiere vermehren sich stark, sind eher krank und verschmutzen die Stadt mit Kot.

Ein im wahrsten Sinne des Wortes «verschissenes» Plakat soll mit einem Augenzwinkern darauf aufmerksam machen, dass trocken gewordenes Brot nicht an Tauben verfüttert werden soll. Wissenschaftliche Studien belegen: Es gibt in einer Stadt so viele Tauben, wie es die Menge Futter zulässt. Neben altem Brot fressen Tauben ebenso gerne Reste von Picknicks oder extra für sie gekaufte Reiskörner. Das gutgemeinte Füttern ist jedoch falsch verstandene Tierliebe. Grundsätzlich finden Tauben – wie alle anderen Vögel auch – selber genügend Nahrung. Auch sind sie gesünder, wenn sie ihr Futter selber suchen.

Eine Taube deckt mit 30 Gramm Futter (entspricht einer Scheibe Brot) ihren Tagesbedarf. Die restliche Zeit und Energie verbringt sie mit dem Brutgeschäft. Die Folge: Die Anzahl Tauben steigt rasant an, und die Menge Kot nimmt entsprechend zu. In Zahlen:

Normalerweise haben Tauben jährlich zwei bis vier Junge. Wenn sie zu viel Futter finden, können es bis zu zehn Junge werden.

Eine einzelne Taube gibt jährlich bis zu 10 Kilogramm Kot ab. Dieser fällt vor allem dort an, wo die Tiere brüten und schlafen, also in erster Linie auf Gebäuden und Baudenkmälern. Das führt zu kostenintensiven Reinigungen und hygienischen Problemen.

Viel einfacher und günstiger ist: Weniger Futter, weniger Tauben, weniger Kot.

Durch regelmässige Fütterungen an bestimmten Orten fördert man zudem das Auftreten von Tieren auf engem Raum. Das kann Krankheiten zwischen allen Vogelarten begünstigen.

Sensibilisierung durch Gespräche

Um das Taubenfüttern gezielt zu unterbinden, sprechen Mitarbeitende der städtischen SIP (Sicherheit, Intervention, Prävention) Leute an, die Tauben füttern. Sie erklären die negativen Folgen des Fütterns, damit Zusammenhänge verstanden werden und das Füttern unterlassen wird. Die Mitarbeitenden der SIP geben auch Flyer mit einem Rezept für die Verwendung von altem Brot ab. Für die ausländischen Taubenfreunde haben sie ein mehrsprachiges Infoblatt parat, das die Problematik erklärt.

Massnahmen wie diese sind wirkungsvoll: 2001 gab es in der Stadt rund 7500 Tauben – viel zu viele. Als Reaktion darauf wurde das Sensibilisierungsprojekt «Stadttauben Luzern» lanciert. Dank der Fortführung bis heute konnte der Taubenbestand auf zirka 2500 Tiere gesenkt werden.

8.11.2019

Ich Du Wir

I'll just end up walkin' in the cold November rain (Guns n' Roses)