Straftaten verlagern sich im Kanton Luzern vermehrt ins Internet

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Symbolbild Pixabay

Sowohl die Anzahl an Straftaten als auch die Anzahl Verkehrsunfälle sind im Kanton Luzern erfreulicherweise rückläufig, wie die Luzerner Polizei in ihrem Jahresbericht aufzeigt. Im Gegenzug verlagern sich zunehmend Straftaten ins Internet. Dies stellt die Luzerner Polizei vor neue Herausforderungen.

SCHNELL – KOMPETENT – HILFSBEREIT: Unter diesem Motto ist die Luzerner Polizei mit ihren rund 860 Mitarbeitenden rund um die Uhr im Kanton Luzern für die Sicherheit und Ordnung besorgt. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der polizeilichen Arbeit besteht in der präventiven Präsenz. Die Luzerner Polizei leistete im Jahr 2018 über 75‘000 Stunden solcher präventiver Präsenz. «Wir sind stolz, dass die Gefahrenabwehr, aber auch die Strafverfolgung im Kanton Luzern auf einem hohen Stand sind», sagt Adi Achermann, Kommandant der Luzerner Polizei.

Sorgen bereitet dem Kommandanten hingegen die aktuellen Ressourcen. Während gesamtschweizerisch die Anzahl Polizistinnen und Polizisten pro Einwohner steigt, ist die Situation im Kanton Luzern umgekehrt. Mit einer Polizeidichte von 610 Einwohner pro Polizist/in ist der Kanton Luzern im schweizweiten Vergleich per Anfang 2019 auf den 19. Rang zurückgefallen.

Kriminalstatistik

Die Anzahl Delikte gemäss Strafgesetzbuch pendelte sich mit leicht rückläufiger Tendenz auf dem Niveau der Vorjahre ein. Sie liegt bei 17‘856 Straftaten (Vorjahr: 18‘715). Erfreulich ist die Abnahme der Fallzahlen bei den Einbruchdiebstählen (-19 Prozent). Auch die Anzahl der Trick- und Taschendiebstähle ist rückläufig. Diese sinkenden Deliktszahlen sind sicherlich auch auf die breit angelegte Prävention und die sichtbare Präsenz der Uniformpolizei zurückzuführen.

Im vergangenen Jahr erfolgten im Kanton Luzern zwei Tötungsdelikte (Vorjahr: 3) sowie sieben Tötungsversuche (Vorjahr: 8).

Zunehmend mehr Aufmerksamkeit in der Kriminalpolizei bilden die Bereiche Betäubungsmittel und Cybercrime. Die Straftaten im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln nahmen im Jahr 2018 auf 3034 Fälle (Vorjahr: 2346) zu. Immer öfter ist festzustellen, dass Drogenhändler im so genannten Darknet mit illegalen Substanzen handeln. Die Aufklärung solcher Fälle ist komplex, müssen doch verschlüsselte Informationen zu Benutzerkonten, E-Mail-Adressen, digitalen Geldbeutel («Crypto Wallets») etc. entsperrt und richtig kombiniert werden.

Ebenfalls auffällig ist die Zunahme von Erpressungen (+ 81 Prozent), sexuelle Handlungen an Kindern (+94 Prozent) und Pornographie (+ 15 Prozent). Ein Grossteil dieser Delikte spielt sich mittlerweile im Internet beziehungsweise auf dem Smartphone ab. Die Internetkriminalität führt zu einer Zunahme von Betrug, Erpressung und Sexualdelikten. Jürg Wobmann, Chef der Kriminalpolizei, betont deshalb die Wichtigkeit der Sensibilisierung der Bevölkerung beim Umgang mit dem Internet. Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft wird die Kriminalpolizei im Rahmen der Sicherheitsstrategie des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Luzern ein Konzept erarbeiten, wie in Zukunft dem Phänomen des Cybercrime wirkungsvoll begegnet werden kann.

Verkehrsunfallstatistik

Die Sicherheits- und Verkehrspolizei prägt mit ihren uniformierten Mitarbeitenden das Bild der Luzerner Polizei. Im Schnitt waren die Einsatzkräfte nach dem Eingang eines Notrufs innert 11 Minuten vor Ort. Damit konnte die Interventionszeit gegenüber dem Vorjahr nochmals verbessert werden. Die Sicherheits- und Verkehrspolizei wurde im Jahr 2018 flächendeckend mit Destabilisierungsgeräten ausgerüstet. Die Erfahrungen mit den im Volksmund als «Taser» bekannten Geräten waren durchwegs positiv. Vielfach konnten Konfrontationen mit Gewalt bereits durch die verbale Androhen «Taser» beendet werden.

Trotz des tendenziell wachsenden Verkehrsaufkommens ist die Anzahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle gegenüber dem Vorjahr von 2205 auf 2125 gesunken. Während die Anzahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Personen gleich wie im Vorjahr bei 13 lag, ging die Anzahl der verletzten Personen leicht auf 1192 zurück (Vorjahr: 1213). Pius Ludin, Chef der Sicherheits- und Verkehrspolizei, führt die rückläufigen Zahlen auch auf die präventiven Verkehrskontrollen zurück, die flächendeckend im ganzen Kanton Luzern stattfinden.

Rund 70 Prozent der Verkehrsunfälle sind auf das Fehlverhalten von beteiligten Personen zurückzuführen, wobei die Ablenkung vermehrt eine Rolle spielt. Rund 68 Prozent der Unfälle ereigneten sich innerorts (Vorjahr: 69 Prozent), 32 Prozent ausserorts und auf der Autobahn.

Regierungsrat fordert Respekt

Der Geschäftsbericht zeigt umfassend die Tätigkeiten der Luzerner Polizei auf, aber auch die Bemühungen im Bereich der Aus- und Weiterbildungen. In diesen Aus- und Weiterbildungen wird jeweils auch der Umgang mit den Kunden geübt. «Die Ansprüche, die an die Frauen und Männer in Uniform gestellt werden, haben in den letzten Jahren zugenommen. Ihre Arbeit ist mehr und mehr geprägt von Spannungsfeldern und Erwartungshaltungen», sagt Regierungsrat Paul Winiker, Vorsteher des Justiz- und Sicherheitsdepartements. Winiker betont die Wichtigkeit des Respekts. «Der Mangel an Respekt und eine latente Gewaltbereitschaft gegenüber Polizistinnen und Polizisten ist ein grosses Thema», so Winiker. Im Jahr 2018 gab es bei der Luzerner Polizei 177 von Drohungen oder Gewalt betroffene Polizisten (Vorjahr: 162).

Quelle: Luzerner Polizei

27.3.2019