Die Vogelhochzeit findet immer seltener statt

Vogelwarte Sempach

Die intensive Landwirtschaft und Pestizide setzen den europäischen Vögeln drastisch zu. In 15 Jahren sind die Vogelbestände um ein Drittel gesunken.

Wo sind Amsel, Drossel, Fink und Star? Wenn in diesen Tagen der Frühling erwacht, ist das Zwitschern deutlich leiser als noch vor 15 Jahren. Viele Vögel sind bedroht. Zwei Studien belegen eine dramatische Abnahme der Vogelbestände.

«In den letzten 15 Jahren haben wir ein Viertel der Lerchen verloren. Das ist viel, sehr viel. Ein solcher Verlust bei der Menschheit wäre massiv», sagt Benoît Fontaine vom Naturhistorischen Museum in Paris und Co-Autor einer der neuen Studien im «Guardian». Laut der Studie ist ein Drittel der Vögel im Kulturland verschwunden.

Er gibt in erster Linie der intensiven Landwirtschaft die Schuld am Vogelsterben: «Wir verwandeln unser Ackerland in eine Wüste», sagt der Biologe. Die Biodiversität sei wichtig, es brauche die Vögel zur Bestäubung und für die Mikroorganismen im Boden. «Ohne das sterben wir letztlich – es ist eine ökologische Katastrophe!».

Nicht alle Vogelarten gleich betroffen

Das Vogelsterben in Frankreich bestätigt eine zweite Studie des «European Bird Census Council». So sei in Europa mehr als die Hälfte aller Vögel in den letzten 30 Jahren von den Feldern und Wiesen verschwunden. Untersucht wurden 28 europäische Länder. Von den 39 häufigsten Vogelarten mussten deren 24 einen Rückgang verzeichnen, nur gerade sechs Arten konnten ihre Bestände vergrössern. Die Störche sind eine der wenigen Arten, die zulegen konnten.

Weniger Insekten, weniger Vögel

Der französischen Studie zufolge hat sich das Vogelsterben in den letzten zehn Jahren verstärkt, insbesondere die letzten zwei Sommer sei ein starker Rückgang beobachtet worden. Die Wissenschaftler sehen einen Zusammenhang zwischen dem dramatischen Rückgang der Insekten wegen des hohen Pestizid-Einsatzes und dem Vogelsterben. So seien über drei Viertel der Fluginsekten in den letzten 27 Jahren verschwunden.

«Alle Vögel sind in irgendeiner Form von Insekten abhängig», sagt Fontaine. Singvögel füttern ihre Küken mit Insekten, Raubvögel wiederum essen Vögel, die sich von Insekten ernähren, sagt der Forscher. «Die Vögel können nicht überleben, wenn sie 80 Prozent ihrer Nahrungsgrundlage verlieren.»

Was kann die einzelne Person positives für die Vögel tun? Viel. Jede Spende hilft. Siehe Vogelwarte Sempach.

Quelle: 20Minuten

23.3.2018

Die Vogelhochzeit

Frohe Ostern