Vier Osterlämmer zu Ostern

Osterlämmer

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Bild ZVG

Es war am Sonntagnachmittag, als auf dem Pfarramt in St. Urban das Telefon klingelte. Die Nachbarn vom alten Sägewerk meldeten sich bei Sepp Hollinger, er solle sich so schnell wie möglich bei der Feuerwehr melden und mitteilen, dass ein kleines Lamm im Bach blöke. Sepp Hollinger ist Diakon der Pfarrei.

St. Urban und hält Schafe auf der Klosteranlage. Als er die Stelle selbst aufsuchte, stand tatsächlich ein neugeborenes Lamm auf einer Eisdecke am Bachufer und oben am Rand vom steilen Bachbord war seine Mutter Annemarie und leckte zwei neugeborene Lämmer. Sepp Hollinger trug die Jungen sofort in den vorbereiteten Hühnerstall und machte die nötigen Besorgungen. Bereits Drillinge sind laut Hollinger bei den Jakobsschafen eine Seltenheit – doch dann kam noch ein viertes. Alle seien gesund und munter. Was Schafzüchter ebenfalls erstaunt, ist, dass die Mutter genügend Milch hat für ihre Jungen. Vom Züchterverein Jakobsschafe Schweiz erhielt Sepp Hollinger kurz darauf Glückwünsche und die Nachricht, dass die Geburt von Vierlingen auch für den Verein ein Novum sei und in der Vereinsgeschichte noch nie gegeben habe.

Das Jakobsschaf ist eine sehr alte Rasse (ca. 9000 Jahre), die vom Aussterben bedroht ist. Bevor 1960 die «Jakob Sheep Society» gegründet wurde, gab es keine 200 Jakobsschafe mehr. Der Name dieser Rasse stammt aus der Bibel. Als Jakob bei Laban Schafe hütete, waren die gefleckten oder gesprenkelten der Lohn für seine mehrjährige Arbeit. Daher der Name Jakobsschafe. Kleinere Bestände befinden sich in England, in den Niederlanden und seit 1976 auch in Deutschland. Seit 1992 gibt es Jakobsschafe auch in der Schweiz – unter anderem in Huttwil. Von dort kommen auch die Schafe von Sepp Hollinger, welche seit zwölf Jahren rund um das Kloster St. Urban das Weiderecht haben und die Besucher erfreuen.

Das gescheckte Vlies in den Farben Schwarz-Weiss, Rotbraun oder Grau wiegt etwa drei Kilogramm und hat eine Stapellänge von 10 bis 15 Zentimeter. Sie haben zwei oder vier Hörner. Die Böcke haben ein Körpergewicht von rund 70 Kilogramm. Weibliche Tiere erreichen rund 50 Kilogramm. Es werden überwiegend Zwillinge geboren. Die gefragte Wolle und begehrten Felle sowie das imposante Gehörn machen die robusten Jakobsschafe zu einer interessanten Rasse.

Quelle: Zofinger Tagblatt

26.3.2018

Frohe Ostern